Küche – Kacke wo andere kochen

Die Kombination von Lehm und Kuhkacke (KK) ist einfach genial. Durch ein Ferment in einem der Kuhmägen werde die Schimmelbildung unterdrückt – scheint zu funktionieren. Außerdem gibt die KK dem Lehmputz eine festere Oberfläche. Ich habe auch ein KK-Lehmgemisch zur Grundierung genutzt – hält und verbindet super.
1), 2) Die KK sollte möglichst ohne Beimenungen, wie z.B. Stroh, Heu oder Gras sein
3) Die letzte Schicht vor dem Kalkanstrich gleicht leichte handwerkliche Mängel aus. Mit wenig Wasser dient sie mir als Spachtel, etwas mit Wasser verdünnt als „Streich-Putz“, den ich im ersten Wandabschnitt abschließend geglättet habe. Ein Versuch ohne zu glätten muss noch sein – es könnte ein rauhere Oberfläche werden, die noch mehr handwerkliche Unzulänglichkeit verzeiht.
4) Eigentlich hätte noch eine Schicht Unterputz aufgetragen werden müssen, damit die Flächen eben werden. Aber die Trockenphase wäre wohl bis März gewesen.
5) Die Rauchzüge des Küchenherdes werde auf einen Sockel gesetzt. Auf die Steine kommt noch eine Hourdisplatte (leider nicht erhältlich ): ) oder üTong.

Nachtrag, 25.12:
So ganz hat das mit dem Ferment doch nicht hingehauen. Ich musste mit Alkohol nachhelfen -kleine Schimmelflecken einsprühen (nicht trinken) zum desifizieren. Alles in allem aber im grünen Bereich, jetzt wo der Putz -mit Gewalteinwirkung (s. Bild 6) – getrocknet ist.

Notbeheizung – 1

Es war kalt geworden und mein Plan, bereits in der neuen Küche zu residieren ist voll gescheitert knapp nicht aufgegangen. Also musste eine Heizmöglichkeit her.
Dazu mussten wir erst unseren Wohn-, Schlaf-, Koch-, Arbeitsraum umräumen, damit wir an das Kamin kamen. Oh Überraschung (Bild 1), die sogenannten Dachdecker hatten leider etwas zuviel Bauschutt hineinfallen lassen, diesen aber sorgfälltig mit Mörtel abgedeckt.
2) Prity K1 … ist geliefert und wartet auf den Anschluß.
3) – 6) Regulierbar zw. kühl und sauwarm, muss also ein Puffer her. Eingepackt in Backsteine kann das Feuer nun über Nacht ausgehen, ohne dass wir erfrieren. Es ist aber momentan auch nicht mehr gar so kalt.
7) Jacke und Mütze sind voll übertrieben – s. Bild 8)

Gebrauchte Schamottsteine sind schon geliefert, weil noch drei keramische Rauchzüge aufgemauert werden. Dann wird die Wärmeentfaltung gleichmäßiger und mit weniger Brennmaterial möglich sein.
Die fertige Feuerstelle folgt.

Küche in spe

Die Unterkonstruktion für den Küchenfußboden ist geschafft. Jedes Kantholz sitzt auf individuell zugeschnittenen Abstandhölzern, weil der Beton grauenvoll schief ist. Außerdem sind die Dinger so verzogen, dass ich Versteifungen dazwischen geschraubt habe.
Der Lehm ist nun doch getrocknet und weiteres Desinfizieren mit Schnaps gegen Schimmel erübrigt sich -der Schnaps steht nun als Medizin zur Verfügung. Vor dem Oberputz werde ich im unteren Bereich -ca. einen Meter- mit einem Lehm- Kuhscheißegemisch streichen, gegen Ungemach in Form von Gammel und ungebetenen Gästen – Stallgeruch über Wochen ist somit garantiert.
Im linken Bild ist mein Richtlattenersatz im Einsatz im rechten das Trocknungsgerät.

Bau-Bilder

Es geht – zwar zum Verzweifeln langsam – voran!
1) Das erste Feld der Decke war rasch fertig gestellt.
2) Für die Wärmedämmung der Decke hat Donko um sein Leben gehobelt.
3), 4) Eine HolzLeichtLehmschüttung ist unter erschwerten Platzmangelbedingungen eingebracht. Ein Mitbewohnerchen (das 10 x 3mm große Zigarren kackt) lebt schon auf dem Krabbelspeicher.
5), 6) Nut-& Feder-Wellen als Gesaltungselement sind hier total angesagt – Feuchtigkeit aus der Schüttung lässt die Brettchen quellen.
7), 8) Der Ruine eines eingestürzten Hauses entnehmen wir die Lehmsteine. Mascha & Donko* leisten die Logistik auch hierfür.
9) Nachdem der erste Stroh-Lehm ratzfatz getrocknet war, geht es nun nur noch zäh voran mit der Trocknung. Die Schimmelsporen im Stroh freut’s – die feiern Wiederauferstehung – Ostern im November, bekloppt. Zum Fest habe ich zwei Liter Rakija (aber nur den Vorlauf vom Schnapsbrennen) spndiert (hähähä) und sie sind drauf reingefallen. Mit der Sprühflasche großflächig aufgesprüht sind selbst für ein weißes Pferd zuviel.
Ein Trocknungsgerät ist aufgestellt (das Handbuch hat keine deutsche Anleitung und die englische ist grottenschlecht übersetzt – Rossi hat’s gerichtet). Um die Trocknungsphase vor dem Lehmfeinputz zu nutzen, kommt jetzt der Fußboden rein.
10) Erst mal habe ich die „Versuchsanordnung“ aufgebaut, um zu schauen wie es passt – weil: Zuvor haben wir einen Meterriß im gesamten Wohnbereich angebracht und festgestellt, dass die Böden zwischen -7cm bis + 10cm abweichen. Wenn man an einem Tag häufig zwischen den Zimmer hin und her geht, macht man mehr Höhenmeter als bei der Besteigung der Eiger-Nordwand.
11) Perlite-Schüttung für die Wärmedämmung des Fußbodens.

*Danke Donko (& Mascha). Nachdem Donko -ein Krumling, den wir seit dem ersten Tag der Haussuche im August 2019 kennen- anfangs sehr skeptisch gegenüber unseren Renovierungsplänen war, ist er nun eine große Hilfe.

„Gib mir einen Punkt, wo ich hintreten kann, und ich bewege die Erde“ (Archie Medes ;)

Die statische Optimierung war m.E. erforderlich, weil zwar dicke Balken verbaut sind, diese aber nur jeweils mit drei Nägeln miteinander verbunden sind – als tragende Elemente. Daher habe ich eine Auflage gebaut.
Die beiden Pfosten links und rechts neben der Tür waren optisch aufzupeppeln und auf eine solide Basis zu stellen. Daher musste ich sie wieder ausbauen. Um herifür das Dachanheben zu können, machte ich mir die Hebelgesetze zu nutze, mit denen man bekanntlich die Erde aus den Angeln heben kann.

Es ist vollbracht!

Angeblich habe ein gewisser Herr Gott sechs Tage gebraucht, die Welt zu erschaffen. Ungefähr 40 Tage dauerte die Dachsanierung – ich will das nicht bewerten. OK, er brauchte keine Winkel und Gehrungen – die wurden erst später entdeckt. Für einen runden Klos brauche ich 10 Sekunden – ach, das führt jetzt zu weit.
Das Dach ist drauf!

Sieht aus wie ein Dach 😉