Aaalso: Zwar haben wir den Spinat verloren, den ich viieel zu dicht gesät hatte. Dafür spendiert uns der Garten Portulak ohne Ende. Die Gehwege sind mit Portulak-Bodendecker bedeckt (heute gehen wie drüber, morgen sieht er aus wie neu), die Beetränder und die nicht bewirtschafteten Flächen. Heute gab’s Spaghetti mit Portulak, zubereitet wie Spinat: Zwiebelchen angebraten (mit zwei getrockneten Pepperoncini), Portulak dazu, Pfeffer, Salz, Muskatnuß und ein Spritzer Zitrone. Am Schluß, zum Legieren, noch ein (Bagger-)Löffelchen Butter – hmmmmmm.
Was hier gerade (seit zwei Wochen) abgeht ist heftig. Täglich Gewitter, Regen satt und richtig warm – sobald Sonja kommt, sind es rasch 30, 35 Grad – „Waasweera“. Das „Unkraut“ steht gefühlte Meter hoch, der Kohl ist ein jämmerlicher Anblick und die Gartenarbeit beschränkt sich auf Hoffen und Beraten. ABER: Kürbisse, Gurken und Zucchini explodieren und ein erster Grumbiere-Test war erfolgreich: die Lindas sind natürlich noch klein, aber tiptop in Schuß!
Die Nachbarn mit ihren „ordentlichen“ Gärten können wg. Matsch nicht mehr hinein. Eine Nachbarin hat schon keine Lust mehr, weil das Gartenjahr so schlecht sei.
Das „Elend“ ist gar nicht so deutlich zu sehen; ach, ist auch gar nicht soo schlimm. Die Natur wird’s schon richten 🙂
So kann’s gehen, wenn man bei heftigem Gewitter Kaffee kocht. Blitz-Donner-Funken – Herd meldet: F 8 0 – F 8 0 – F 8 0 – F 8 0 … Die nächsten Tage gibt es halt Brote und Salat – ist eh zu heiß, um warm zu Essen.
So sieht also …
… ein Induktionskochfeld aus 🙂
Die Leiterbahnsicherung …
… hat es erwischt.
Neue Sicherung eingebaut – nix
Wer vor dem Gewitter die Schalterleiste für PC, Drucker, Scanner und Internetgeräte abgeschaltet hat und wer dann aber in der heftigsten Blitz-Bums-Gewitterphase den Herd eingeschaltet hat, geht niemanden etwas an.
Schwiegervaters Rat ist natürlich zu befolgen!* Also wird ein Graben gegraben und eine Stützmauer betoniert, damit das Fundament nicht weiter nachgeben kann. Unser Nachbar sagt, er habe das ebenfalls vor Jahren erfolgreich gemacht. Morgen wird Material bestellt und am Samstag rückt Tatko mit seiner Trupe an: 1,20 m tief, 4,00 m lang und zwei Kubik armierter Beton.
* Einmal musste ich jetzt nachgeben; wo man es nicht sieht.
Das sieht nicht gut aus, wie der Kohl da steht, hängt, liegt … Zu viele hungrige Mäuler haben ihn mehr oder weniger dahingerafft. Alle -so scheint es- die aus den Nachbargärten vertrieben werden oder dort nix genießbares (ungespritztes) finden, suchen bei uns Asyl und Schutz. Da werden wir aber sehr solidarisch sein und im Zweifelsfall selber kürzer treten, auch wenn’s weh tut 😉 Vorhin habe ich mit Brennesselauszug gespritzt. Ich hatte den Eindruck das Getier fliegt genervt weg solange ich spritze, um sich dann wieder zu Tisch zu begeben.
Laut Auskunft der Botschaft in Sofia im Netz ist seit vorgestern die Selbstisolation aufgehoben – schade eigentlich, jetzt habe ich keine Ausrede, um das Grundstück nicht verlassen zu müssen.
So langsam -eigentlich gar nicht so langsam- treten die ungebetenen Gäste stärker in den Vordergrund. Blattläuse und Motten-Schild-Läuse (die weißen Fliegen unter den Blättern) und ihre Fraßschäden nehmen deutlich zu. Ab jetzt -vllt. schon zu spät- wird regelmäßig gespritzt! Natron, Knoblauch, Kernseife, Öl und Schnaps kommen als Gemisch zum Einsatz. Den Schmecken schint es auch zu schmecken. Daher das Prinzip der Permakultur: Baue das dreifache dessen an was Du brauchst. Ein Drittel für Dich, ein Drittel für die Nachbarn und ein Drittel für die „Mund-Räuber“.
Maulbeer-Plage
Das hätte auch noch weg gekonnt
Schildlausspuren
Schildlausspuren
Schildlausspuren
Schildlausspuren
Was hat sie?
Fair – ist ja noch was übrig.
Die eng bepflanzten Mischbeete sind im besten Zustand
Fast alles ok.
Hier wimmelte es heute morgen von Blattläusen – vor dem Spritzen 🙂
Der abendliche Rudgang eben hat gezeigt, dass unser Mittel gewirkt hat. Es sind gerade keine Schild- und Blattläuse mehr zu sehen 🙂 Dran bleiben.
Am Freitag, den 29.03., erfuhr ich von der Botschaft in Budapest, dass die rumänischen Grenzen durchlässig seien und auch die Rückfahrt mit dem Motorrad sei möglich.
Am Samstag bin ich um 04.30 Uhr Ortszeit mit dem Mietauto losgefahren und war gegen 22:00 Uhr MESZ am Rastplatz Jura. Nach einer Mütze Schlaf ging’s um 01:30 Uhr weiter nach Simmern, wo ich um 06.30 Uhr ankam. Mit weiser Voraussicht versuchte ich erst den kleinen Italiener (Fiat) zu starten, bevor ich die Schlüssel und die Papiere in den Nachtsafe einwarf. Der Italiener tat was Italiener am besten können, er streikte komplett. Ich wollte fremdstarten, was aber wg. des fehlenden Innenseckskantschlüssels misslang, den ich gebraucht hätte, um an die Batterie des Transporters zu kommen. Was hat die weise Voraussicht nun geholfen? Ich konnte einen Osteuropäer auf Zigarettenziehtour anhalten, der mir freundlicher Weise Starthilfe gab. Herzlichen Dank oder Dziękuję Ci bardzo oder большое спасибо an dieser Stelle. Zum Glück, denn in Simmern ist am Pfingstsonntag um halb sieben echt die Hölle los.
Dienstag kam ich bis Ende erstes Drittel Rumänien. Es lief alles richtig super*, Wetter, Grenzen, Verkehr, Motorrad und Hotel. Mittwoch dann den Rest bis c. Krum. Die Strecke ist allerding bis ca. 40 Km vor Sofia nur Bundes-/Landstraßenniveau. Danach schmerzten altersentsprechend die Gräten und der Ar… . (* Zöllner, Hotelgäste und Tankwarte sind prima im Motorrad-Anschieben 😀 Ein Batteriewechsel am Montag hat nix gebracht, es scheint ein anderes Problem zu geben. Seit Österreich wollte sie nicht mehr von mit dem Knöpfchen anspringen.) Die Tankstellen habe ich nach Möglichkeit so ausgesucht, dass die Ausfahrt abschüssig war; schließlich musste ich ca. alle 250 KM tanken (und vier Staatsgrenzen überqueren, die man sich nicht aussuchen kann). Aber zwei Mal mussten doch die Tankwarte ran, zwei Zöllner in Ungarn, Rumänien und Bulgarien und die beiden Montagearbeiter aus dem Vogtland, die im gleichen Hotel in Rumänien übernachteten; bde. Motorradfahrer, auch an sie besten Dank.
Am Mittwoch gegen 16:00 Uhr war die Mission beendet,
FAZIT: Alles lief wunderbar. Die Karre ist endlich weg. Ich habe sehr sehr schöne Erfahrungen mit freundlichen, unkomplizierten und hilfsbereiten Menschen gemacht; und ohne Schlange stehen den Grenzen.
Und ich konnte mich von den Lieben zu Hause ordentlich verabschieden!
Österreich (Begrüßung: „MUNDSCHUTZ!“)Sebastians Schlafsack entpuppte sich in Rumänien als Wundertütede häm / в къщи (den Reifen sieht man die 2138 KM fast nicht an)🙂
Man sind wir unwissend! Mit Maulbeeren (bei uns weiße, Черница) wußten wir bis heute nix anzufangen und den Portulak -Тученица genannt- haben wir Eimerweiße als Unkraut entfernt.